Mittwoch, 9. Mai 2018

Rezension - Vier Pfoten am Strand

Autor: Petra Schier

Verlag: mtb

ISBN: 978-3-95649-793-3

Erschienen: 2018

Preis: 9,99 €

Seiten: 428


Zitat: "So kann auch nur ein unwissender Tourist reden." [S.134, Z.8]



Inhalt:
Ben nimmt sich eine 'Sommer Pause' um zu arbeiten - er ist Künstler. Sucht Inspiration für neue Werke, die ihn dann in einen Arbeitsrausch werfen. Raus holen kann ihn da nur sein junger Hund Boss und die Hundetrainerin Christina aus Lichterhaven.
Die soll dem Rüden zwar Kommandos beibringen. Doch sie zeigt den zwei Männern, dass es auch noch andere Dinge gibt die wichtiger sind als Arbeit und Sturheit. Das Leben ist schön, wenn man Menschen vertraut die es wert sind.


Meine Meinung:
Ich bin noch ganz hibbelig vom Lesen!
Diese neue Geschichte aus Lichterhaven von Petra Schier bringt uns zurück an einen Ort, den ich letztes Jahr schon lieben gelernt habe. Als das Erscheinungsdatum feststand war für mich klar: das Buch musst du lesen!
Nach wenigen Seiten war ich komplett drinnen in der Geschichte und konnte das Kräfte messen zwischen Ben und Boss mit einem breiten Grinsen genießen. Die Beiden zusammen war wirklich ein Erlebnis das mir nur zu bekannt vor kommt wenn es sich um junge Tiere handelt.

Boss, der Hundecharakter, ist ein 1 1/2 Jahre alter American Bulldog, Bisher hat er noch nichts wirklich Gutes erlebt. Ben hat ihn aus dem Tierheim geholt, wo er kurz zuvor aus schlechter Haltung hingebracht wurde. Dieser junge Hund wurde auf jede nur erdenkliche Art misshandelt. Deshalb ist er nicht nur stur, sondern will weder ein Herrchen noch Kommandos lernen. So hart wie er tut ist der Rüde aber gar nicht. Im Laufe des Buches kommt raus, dass sich hinter diesem Verhalten ein Tier verbirgt was Liebe sucht und eine feste Hand, ohne Gewalt. Zuzuschauen wie Boss sich öffnet war unheimlich schön.
Ben Brungsdahl ist ein junger, bekannte Künstler der sich etwas Auszeit aus der Stadt nimmt und neue Inspiration sucht. Wenn er an einer Skulptur arbeitet denkt er eigentlich an gar nichts und wird sogar richtig aggressiv. Nur Boss erinnert ihn daran eine Pause zu machen, denn sonst würde der arme Kerl verhungern. Wenn Ben nicht gerade arbeitet ist er ein ruhiger, freundlicher und auch zurückhaltender Mann. Das Herz auf dem rechten Fleck ist er da wenn Hilfe gebraucht wird. Dazu ist er sehr tierlieb und hängt mit einer Liebe an dem Rüden die man ihm zu Beginn nicht zutraut. Bei den Frauen ist er sehr begehrt, schließlich ist Ben ein gutaussehender Mann. Doch im Laufe des Buches habe ich erfahren, dass nicht alle gut zu ihm waren. viele Frauen wollten ihn zwar - wohl auch weil er berühmt ist - doch mit der Art seiner Arbeit, wenn er sie dann vernachlässigt kam keine von ihnen zurecht. Also gibt es für ihn keine Beziehungen mehr. Nur Affären, auch als er Christina kennen lernte.
Christina Messner ist eine junge Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und weiß was sie will. Ihre ganze Leidenschaft ist die Hundeschule, die sie aufgebaut hat. Tiere, vor allem Hunde, sind ihr Leben. Als Wunsch hat sie noch eine Hundepension was sich - Platz und Geld technisch - noch nicht verwirklichen lies.
Christina ist eine selbstbewusste, engagierte, verlässliche und familienbezogene Person. Sie liebt nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Großeltern, den großen Bruder und ihre kleine Schwester. Dazu natürlich noch die Familienhunde.  Auch sie hat das Herz auf dem rechten Fleck. Hilft wo sie nur kann und sagt auch schon mal ein Date ab, wenn es in der Familie brennt. Beziehung hat sie keine, denn alle Männer werden irgendwann eifersüchtig auf die Hundeschule und verlangen eine Entscheidung, die sie nicht bereit ist zu geben. Fürs erste möchte sie niemanden in ihr Herz lassen. Weder Mann noch Hund.

Da es sonst zu weit führt nenne ich die restlichen wichtigen Personen nur beim Namen: Arno und Anke - ihre Eltern, Norbert und Evelyn - Großeltern, Alex und Melanie mit Schoki - Bruder und Schwägerin, Luisa - kleine Schwester, Lars, Deana, Elke, Jennifer Jones und Jochen - Bens Manager.
Alles interessante und weitgehendst verlässliche Menschen.

Wenn ich in einer Geschichte von Petra Schier abtauche vergesse ich schnell meine Umgebung und bin einfach drin. Sie hat einen sehr anschaulichen Schreibstil. Erstbeschreibungen sind detailliert, so dass schnell ein Bild der Umgebung vor meinen Augen erscheint. Da jetzt noch die richtigen Charaktere rein, ein bisschen Liebe und ist das Buchrezept da.
Ich war total gefesselt von dem langsamen aufeinander zu gehen Ben und Boss. Wie diese beiden so unterschiedlichen Wesen nach und nach Vertrauen zueinander aufbauen. Das Auftauen von Boss als er merkt ihm passiert nichts nur weil er einen Menschen an sich dran lässt. Eine Hand die einen streichelt will einem nicht direkt was schlechtes. Ben der zu sich selbst findet und merkt wie gut ihm die Küste tut. Also außer ihn zu neuen Inspirationen zu verhelfen.
Christina die sich mehr Freizeit gönnt und feststellt wie wichtig es ist Pausen zu machen um Energie aufzutanken.
Die restliche Familie Messner, die Christina auch gerne mal aufs Korn legen wenn es um Ben geht.
Christina und Ben die sich schnell einig sind was ihren Kontakt angeht, auch wenn sie eine ziemlich verrückte Abmachung stellen, die in meinen Augen von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.
Das Knistern zwischen den Beiden, Boss der Christina nach und nach in sein Herz lässt. Die Vertrautheit des Ortes, das wieder auftauchen bekannter Personen aus anderen Romanen.

Hach ich wollte beim Lesen einfach ins Buch springen. Was leider genau so wenig geht wie die Tasche zu packen und in den Urlaub zu fahren.
Von der ersten bis zur letzten Seite wollte ich immer mehr wissen was passiert. Ich konnte den Wind spüren, das Watt riechen und den Sand unter meinen nackten Füßen spüren.
Für mich war es purer Genuss Ben, Christina und Boss auf ihren Wegen zu begleiten. Sie haben mich zum Lachen, Weinen, Schmunzeln und nachdenken gebracht.
Ich hoffe nächstes Jahr wieder an diesen Ort zurück zu kehren mit einem weiteren Mitglied der Familie Messner.
Noch mal vielen, vielen Dank liebe Petra für die tolle Geschichte die du mir zugeschickt hast! Jetzt möchte ich wieder an die Nordsee und am besten ein paar Wochen dort bleiben.

Von mir gibt es 5 Flocken und eine verdiente Leseempfehlung.


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